5 thoughts

    1. Hans, da es in Zimbabwe keinen Frost gibt, sind Außen-Abflussleitungen ganz normal. Und weil das Land so bitterarm ist (bis auf die korrupte Oberschicht) sind unsere ästhetischen Überlegungen dort einfach drittrangig.

      1. Aussenabflüsse kenne ich noch aus meiner Jugend; hatten wir damals auf dem Land, obwohl wir auch Frost hatten.
        Interessante Frage: gibt es mit denselben Mitteln eine Möglichkeit, auch eine ästhetisch ansprechendere Lösung zu erzielen? Oder auch anders: Verhindert Armut ästhetisch ansprechende Lösungen?

        1. Verhindert Armut ästhetisch ansprechende Lösungen? Die Frage ist sicher nicht pauschal zu beantworten, Hans, aber einige Aspekte können vielleicht den Weg zu einer Antwort weisen:

          • Wenn das verfügbare Einkommen als auch die Zeit sehr knapp sind, dann drängen sich überall quick-and-dirty Lösungen auf. In Zimbabwe gibt es nicht selten Benzinknappheit, Bargeldknappheit, Warenknappheit (insbesondere Importgüter, und das sind fast alle höherwertigen Dinge). Wenn Du 3h an der Bank anstehst, um 50 US$ abheben zu dürfen, wenn Du von einer Tankstelle zur anderen fährst auf der Suche nach Benzin, dann ist die Versuchung groß, jede Aufgabe so schnell es geht (und gerade so funktionsfähig) zu erledigen.
          • Permanente auch unterschwellige Bedrohung eines friedlichen, zivilisierten Lebens (ein Staatsstreich kann immer passieren, die Geheimpolizei kommen etc.) führt zu denselben Quick-and-dirty-Lösungen, weil Du keine Illusionen hast, dass Du etwas dauerhaftes schaffen könntest.
          • Tagelöhner verdienen in Zimbabwe derzeit 5 US$ am Tag, angelernte Klempner das Doppelte. Die versuchen ihre Arbeit schnell und den Ansprüchen des Auftraggebers genügend zu erledigen, nicht mehr

          Ein immer wieder gehörter Satz in Zimbabwe ist “Let’s make a plan” – das bedeutet, dass ein Problem erst dann angegangen wird, wenn es unmittelbar ist. Alles andere wird in den unsicheren Zeiten als Luxus angesehen. Ästhetik hat sicher einen unmittelbaren Wert – sichtbar auch an durchaus modisch gekleideten Menschen – wird aber eher in momentan sichtbar zu machenden Dingen realisiert (Mode) als in langfristigen, denn wie lang die Freude machen ist in solchen Schwebezuständen nicht abzusehen.

          1. Die von Dir angeführten Zustände sind wesentlich für die Beantwortung der Frage, Markus. Was mich irritierte, ist die Diskrepanz (aus meiner Sicht) zwischen dem doch ansprechend ausgeführten Bauwerk (bewertet anhand Deines Fotos) und der wirklich quick and dirty ausgeführten Installationsarbeit.
            Beantworten wir meine Frage mit Brecht: “Erst kommt das Fressen und dann die Moral.” – oder die “Ästhetik”.
            Schöne Adventszeit und viele Grüße, HF

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